Das CaffenolKit

Das CaffenolKit

Dass man Filme problemlos mithilfe von Kaffee und anderen natürlichen Substanzen entwickeln kann, war für mich eine der größten Überraschungen im Rahmen meiner Fotolabor-Experimente.

Schon vor einigen Jahren hatte ich gelesen, dass man Kaffee, Wein oder Liköre für die Filmentwicklung nutzen kann. Allerdings hatte ich diese Entwicklungsmethode eher als kurioses Experiment betrachtet. Da sich die  Teilnehmer*innen meiner Workshops verstärkt für alternative fotografische Verfahren interessierten, probierte ich die Caffenol Entwicklung dann doch aus und war total überrascht. Es funktioniert: und zwar richtig gut!

Die Entwicklungsergebnisse unterscheiden sich nicht wesentlich von denen, die man mit konventionellen Entwicklern erzielt. Klar gibt es auch Nachteile: Die Filme besitzen einen höheren Grundschleier und manchmal auch Flecken, die von schlecht aufgelöstem oder nicht vollständig ausgewaschenem Instand Kaffee stammen. Aber hey! Es handelt sich um einen alternativen Prozess.

Durch die Zugabe von Kaliumbromid könnte man den Grundschleier reduzieren, aber damit wäre für mich der Reiz dieses Entwicklungsverfahrens verloren. Der Entwickler müsste als Gefahrstoff (Starke Augenreizungen sind möglich) gekennzeichnet werden und Workshopteilnehmer*innen müssten Handschuhe und Schutzbrille tragen.

Das Tolle am Caffenol-Entwickler ist, dass man ihn bedenkenlos nach dem Gebrauch im Abfluss entsorgen kann. So kann man überall Workshops anbieten und muss sich keine Gedanken über die Entsorgung machen. Beim Fixierbad ist dies übrigens anders: Dieser muss weiterhin gesammelt und der fachgerechten Entsorgung zugeführt werden.

Camera Obscura Negativ in Caffenol entwickelt
Camera Obscura Negativ in Caffenol entwickelt.

Für Fotografie-Workshops habe ich ein CaffenolKit entwickelt. Hier sind bereits alle Substanzen abgewogen und können direkt verwendet werden. In der Praxis hatte sich gezeigt, dass bei der Arbeit in größeren Gruppen, das Abwiegen der Substanzen sehr viel Zeit in Anspruch nimmt und nicht kontrolliert werden kann. Auch gab es Misserfolge, weil Teilnehmer*innen manchmal falsch abgewogen haben. (Anstatt 20 Gramm beispielsweise nur 2 Gramm etc.)

Im Blog werde ich über meine Erfahrungen mit Caffenol weiter berichten. Demnächst fahre ich mit einer Gruppe Studierender auf einen Campingplatz in die Niederlande. Da werden wir mit Caffenol entwickeln.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ich bin Jörg

Seit einigen Jahren hat mich die Faszination für die analoge Fotografie gepackt. Ich fertige fotoKits, die ich meist im Rahmen von Fotografie-Seminaren und Workshops einsetze.

Ich bin Fotodesigner und habe dieses wunderbare Handwerk in Bielefeld studiert.

Let’s connect